Auftrieb – Füße hoch!

Man sieht es immer wieder. Taucher die Kopf nach unten im Wasser hängen, und die Füße irgendwo oben schweben. Die Versuche dies zu korrigieren klappen nicht. Besonders zum Ende des Tauchgangs kann es schlimmer werden, die Flasche leert sich langsam und bekommt dadurch immer mehr Auftrieb. Die Füße gehen hoch und einen ruhigen Sicherheitsstopp zu machen ist fast unmöglich. Ich hatte das Problem zu Beginn auch. Keiner hat, oder konnte mir erklären woran das liegt, geschweige denn wie ich es wegbekomme.

Dabei ist es ganz einfach. Packt euch 1 kg Blei auf die Flasche und alles ist gut. Die Flasche hat keinen Auftrieb mehr, alles bleibt wo es ist. Die meisten Jackets haben hinten Taschen wo man es reinpacken kann, sollte das nicht sein kann man das Blei auch auf den Flaschengurt ziehen, oder mit einer Schnur dranhängen. Es gibt auch spezielle Gurte dafür. Viele Taucher machen das, es ist komfortabel und man kann bis zum Ende entspannt tauchen, ohne mit der Flasche zu kämpfen. Bei Stahlflaschen ist das nicht so relevant, die sind naturgemäß schon schwerer, aber bei den leichteren Alu-Flaschen ist es sehr hilfreich.

Für mich gibt es nichts schlimmeres als eine Flasche mit Auftrieb auf dem Buckel zu haben! Ein sehr netter Tauchguide hat mir den Tipp gegeben. Ich bin ihm heute noch dankbar dafür!

Die Sache mit der Luft

Besonders zu Beginn einer Taucherlaufbahn machen einem ja viele Dinge Sorgen. Alles ist unheimlich, man hat vielleicht ein bisschen Angst, dass mit dem Tauchen klappt noch nicht so gut. Bedingt durch viele Stressfaktoren und auch körperliche Voraussetzungen ist dann die Flasche schnell mal nach kurzer Zeit leer. Der Tauchgang ist auf 60 Minuten angesetzt und der Taucher stellt nach 30 Minuten fest, dass er eigentlich schon seit 10 Minuten nur noch 50 Bar drauf hat. Auftauchen ist angesagt, was zu noch mehr Stress führt weil man unter Umständen die Gruppe stört, die alle noch mit 100 Bar unterwegs sind und noch lange nicht ans Auftauchen denken.

Jeder Taucher möchte so lange wie möglich, so viel wie möglich Luft im Tank haben. Dann sprechen wir doch mal drüber, was eigentlich viel Luft verbraucht. Natürlich erstmal Atmen. Klar. Aber wie kommt es, das der eine Taucher nach 60 Minuten mit 60 Bar auftaucht und ein anderer schon nach 30 Minuten auftauchen muss, da die Flasche bei 50 Bar ist.

Bewegung:
Wer sich viel bewegt, braucht viel Luft. Das kennt jeder vom Sport, oder wenn man nur mal schnell ein paar Schritte geht. So ist es auch beim Tauchen. Deshalb: Wenig bewegen. Vorwärts bringen uns die Flossen. Ruhige Schläge reichen. Hände ruhig halten. Die Bewegung kontrollieren. Es ist oft zu Beginn schwierig. Man neigt dazu sich zu viel zu bewegen, man strampelt durchs Wasser und verliert dann auch mal die Tarierung, und strampelt noch mehr.

Tiefe:
Je tiefer desto mehr Luft verbrauchen wir. Ein paar Meter machen viel aus. Deshalb immer die Tiefe kontrollieren, macht man ja so wie so damit man die Zeiten nicht überschreitet. Einfach mal etwas höher gehen und schon verändert sich der Luftverbrauch.

Der schlechte Tag:
Den hat man immer mal. Ich auch. Dann denke ich schon beim Abtauchen „Das wird nix“. Man fühlt sich nicht wohl, der Tauchplatz gefällt nicht, man kann sich nicht richtig konzentrieren, oder man konzentriert sich zu viel. Plötzlich hört man sich Atmen wie verrückt und zieht ruckzuck die Flasche leer. Ich gehe dann nicht zu tief, singe innerlich meine Lieblingslieder und muss mir nicht alles ansehen was der Guide anzeigt. Klappt.

Aufregung:
Stress lässt uns pumpen wie Maikäfer. Das kennt der Tauchanfänger. Das legt sich mit der Erfahrung. Deshalb nicht von erfahrenen Tauchern unter Druck setzen lassen. Die haben auch mal angefangen und auch viel Luft verbraucht. So cool wie die tun sind die auch nicht. Und auch der erfahrenen Taucher kommt immer mal in Situationen in denen er aufgeregt ist.

Gewicht:
Je mehr wir mit uns rumschleppen umso mehr Luft brauchen wir. Hier zählt nicht nur das Blei, sondern auch unser eigenes Gewicht. Je weniger Gewicht, desto vorteilhafter für den Luftverbrauch.

Training:
Ein gutes Ausdauertraining hilft. Je besser man trainiert ist, desto weniger Luft wird verbraucht. Also ruhig ein bisschen Sport machen. Fit sein ist immer von Vorteil. Besonders wenn man sich noch an Land mit der Ausrüstung bewegen muss.

Fazit:
Lasst euch nicht stressen! In der Regel fragen die Guides vor dem Tauchgang auch wie hoch der Luftverbrauch ist. Entsprechend werden die Gruppen zusammengestellt. Hier sollte man sich auch nicht scheuen ganz offen zu sagen wenn man viel verbraucht. Hier muss man sich nicht schämen, und man muss auch nicht mit anderen mithalten. Nicht auf dem Boot stressen lassen! Take your time! Dann noch viel trinken und sich vor der Sonne schützen und üben, üben, üben….. Mit jedem Tauchgang wird es besser und irgendwann sitzt man auch lachend auf dem Boot und freut sich noch 60 Bar auf der Flasche zu haben.

Rothenburg ob der Tauber

Rothenburg ob der Tauber – Juni 2015

Eins vorweg – Alle Klischees stimmen. Es ist eine kitschige, von Touristen überschwemmte Stadt, und sie ist so schön, dass einen das überhaupt nicht stört!

Als Tourist besucht man den mittelalterlichen Teil der Stadt. Etwas oberhalb gelegen, komplett von der Stadtmauer umgeben. Wir hatten uns für ein Hotel direkt am Plönlein entschieden, beste Lage. Zum Hotel später mehr.

ploenlein

Wir hatten nur einen Tag Zeit, und mussten alles Sehenswerte in diesen Tag packen. Kann man schaffen, 2 Tage hätten wir aufgrund des Wohlfühlfaktor gerne gemacht. Start war das Plönlein, das wohl meistfotografierte Haus der Stadt, und es ist gar nicht so leicht ein Bild ohne weitere Touristen zu machen. Am besten am späten Abend probieren. Dann los in die Stadt, und erstmal die kleinen Gassen und wunderschönen alten Häuser bewundern. Nach einem ersten Eindruck sind wir auf die Stadtmauer. Hier kann man auf 4 km die Stadt umrunden, mit herrlichen Ausblicken über die Stadt und auch immer wieder ins Taubertal. Der Weg über die Stadtmauer lohnt sich.

Der Turmweg

turmweg

Laufen macht Hunger, so entschieden wir uns zu einer Einkehr in das Restaurant Michelangelo. Direkt an der Stadtmauer gelegen, allerdings etwas versteckt und somit weg von den Touristenströmen. Gutes italienisches Essen zu moderaten Preisen.

Leckeres Mittagessen

Dann ging es weiter in der Stadt. Es gibt viel zu sehen und man bleibt immer wieder stehen, schaut sich etwas an. Geht in ein Geschäft, schmunzelt über die vielen Asiatischen Touristen, oder sitzt einfach mit einem Eis auf den Rathaustreppen. Es gibt an jeder Ecke etwas zu entdecken.

rathaus

Museumsbesuch muss sein, und ist hier nicht Pflichterfüllung sondern Spaß. Wir besuchten das Historiengewölbe. Ein mittelalterliches Museum, mit original Kerker und Folterkeller. Zudem wird die Stadtgeschichte an Hand von Originalstücken greifbar dargestellt. Wir fanden den Besuch unterhaltsam und lohnenswert. Gerne hätten wir uns noch das Kriminalmuseum angesehen, hier hat leider die Zeit nicht mehr gereicht.

Historiengewölbe

folterkammer

Ein Muss ist der Besuch des Weihnachtsdorfes. Unter dem Namen Käthe Wohlfahrt wird einem hier das komplette Weihnachtskitschprogramm vorgeführt. Egal ob man es mag, oder nicht. Hier kann man sich kaum entziehen. Wir waren wirklich beindruckt. Wenn man durch die kleine Tür eintritt hat man keine Idee, was kommt. Dann ist man drin im Weihnachtswunderland, und kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Leider darf man nicht fotografieren, deshalb keine Fotos. Natürlich alles viel zu bunt und viel zu teuer. Spaß hat es trotzdem gemacht. Es gibt auch noch ein Weihnachtsmuseum, dafür war die Zeit ein wenig knapp.

Weihnachtswunderland

Ein weiteres Muss sind die Schneeballen. Schneeballen sind eine Spezialität der Stadt. Der ein oder andere kennt sie vielleicht vom Weihnachtsmarkt. Diese großen, sehr leckeren Gebäckkugeln kann man bei verschiedenen Bäckern erwerben. Als Mitbringsel immer schön, allerdings auch sehr lecker zum Eigenverzehr. Meine hat exakt einen Tag überlebt…..

Lecker Schneeballen

stadt

Gegen Abend leert sich die Stadt merklich. Spätestens wenn die Busreisegruppen abreisen, wird es sehr ruhig. Das ist die Zeit in der man alles entdeckt, was man tagsüber übersehen hat. So entdeckten wir die „Waffenkammer“. Ein Laden der alles rund um das Mittelalter bietet. Auch hier erwartet man nichts großartiges, wenn man vor dem kleinen Haus steht, aber was sich dann nach dem Eintreten eröffnet ist wirkliche einen Besuch wert. Unbedingt anschauen.

Die Waffenkammer

Viel zu schnell war der Tag zu Ende. Zum Abschluss entschieden wir uns für ein Abendessen in einem typischen Gasthof. Auch wieder etwas abgelegen, mit schönem Biergarten, gutem Essen und leckeren fränkischen Weinen.

Abendessen im Gasthof am Rödertor

Die Nacht verbrachten wir im Gasthof Glocke. Direkt am Plönlein gelegen der perfekte Ausgangspunkt. Die Unterkünfte liegen preislich im oberen Bereich und sind meist nicht sehr schön ausgestattet. Beim Gasthof Glocke sollte man bei Buchung nach dem Comfortzimmer fragen. Dieses hatten wir gebucht, es ist ein modernes und komfortables Zimmer. Sehr schön und sauber. Garage ist im Haus. Alles in allem ein angenehmer Aufenthalt. Freundliche Gastgeber und ein gutes Frühstück.

Unser Hotel/Gasthof Glocke

glocke

Fazit:
Der Tag war spannend, romantisch, abwechslungsreich, interessant, lehrreich, lecker und einfach schön. Wir werden der Stadt wieder einen Besuch abstatten. Geplant ist ein Besuch im Winter zum Weihnachtsmarkt.