Die Sache mit der Luft

Besonders zu Beginn einer Taucherlaufbahn machen einem ja viele Dinge Sorgen. Alles ist unheimlich, man hat vielleicht ein bisschen Angst, dass mit dem Tauchen klappt noch nicht so gut. Bedingt durch viele Stressfaktoren und auch körperliche Voraussetzungen ist dann die Flasche schnell mal nach kurzer Zeit leer. Der Tauchgang ist auf 60 Minuten angesetzt und der Taucher stellt nach 30 Minuten fest, dass er eigentlich schon seit 10 Minuten nur noch 50 Bar drauf hat. Auftauchen ist angesagt, was zu noch mehr Stress führt weil man unter Umständen die Gruppe stört, die alle noch mit 100 Bar unterwegs sind und noch lange nicht ans Auftauchen denken.

Jeder Taucher möchte so lange wie möglich, so viel wie möglich Luft im Tank haben. Dann sprechen wir doch mal drüber, was eigentlich viel Luft verbraucht. Natürlich erstmal Atmen. Klar. Aber wie kommt es, das der eine Taucher nach 60 Minuten mit 60 Bar auftaucht und ein anderer schon nach 30 Minuten auftauchen muss, da die Flasche bei 50 Bar ist.

Bewegung:
Wer sich viel bewegt, braucht viel Luft. Das kennt jeder vom Sport, oder wenn man nur mal schnell ein paar Schritte geht. So ist es auch beim Tauchen. Deshalb: Wenig bewegen. Vorwärts bringen uns die Flossen. Ruhige Schläge reichen. Hände ruhig halten. Die Bewegung kontrollieren. Es ist oft zu Beginn schwierig. Man neigt dazu sich zu viel zu bewegen, man strampelt durchs Wasser und verliert dann auch mal die Tarierung, und strampelt noch mehr.

Tiefe:
Je tiefer desto mehr Luft verbrauchen wir. Ein paar Meter machen viel aus. Deshalb immer die Tiefe kontrollieren, macht man ja so wie so damit man die Zeiten nicht überschreitet. Einfach mal etwas höher gehen und schon verändert sich der Luftverbrauch.

Der schlechte Tag:
Den hat man immer mal. Ich auch. Dann denke ich schon beim Abtauchen „Das wird nix“. Man fühlt sich nicht wohl, der Tauchplatz gefällt nicht, man kann sich nicht richtig konzentrieren, oder man konzentriert sich zu viel. Plötzlich hört man sich Atmen wie verrückt und zieht ruckzuck die Flasche leer. Ich gehe dann nicht zu tief, singe innerlich meine Lieblingslieder und muss mir nicht alles ansehen was der Guide anzeigt. Klappt.

Aufregung:
Stress lässt uns pumpen wie Maikäfer. Das kennt der Tauchanfänger. Das legt sich mit der Erfahrung. Deshalb nicht von erfahrenen Tauchern unter Druck setzen lassen. Die haben auch mal angefangen und auch viel Luft verbraucht. So cool wie die tun sind die auch nicht. Und auch der erfahrenen Taucher kommt immer mal in Situationen in denen er aufgeregt ist.

Gewicht:
Je mehr wir mit uns rumschleppen umso mehr Luft brauchen wir. Hier zählt nicht nur das Blei, sondern auch unser eigenes Gewicht. Je weniger Gewicht, desto vorteilhafter für den Luftverbrauch.

Training:
Ein gutes Ausdauertraining hilft. Je besser man trainiert ist, desto weniger Luft wird verbraucht. Also ruhig ein bisschen Sport machen. Fit sein ist immer von Vorteil. Besonders wenn man sich noch an Land mit der Ausrüstung bewegen muss.

Fazit:
Lasst euch nicht stressen! In der Regel fragen die Guides vor dem Tauchgang auch wie hoch der Luftverbrauch ist. Entsprechend werden die Gruppen zusammengestellt. Hier sollte man sich auch nicht scheuen ganz offen zu sagen wenn man viel verbraucht. Hier muss man sich nicht schämen, und man muss auch nicht mit anderen mithalten. Nicht auf dem Boot stressen lassen! Take your time! Dann noch viel trinken und sich vor der Sonne schützen und üben, üben, üben….. Mit jedem Tauchgang wird es besser und irgendwann sitzt man auch lachend auf dem Boot und freut sich noch 60 Bar auf der Flasche zu haben.

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